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Tresorwissen

Leitfaden zum Tresorkauf

 

Was wollen Sie sichern?

Tresor ist nicht gleich Tresor! Was soll er schützen, Schmuck, Briefmarken oder Papiere und Datenträger mit wichtigen Firmendaten?

Je nach Inhalt sollte man den passenden Tresor kaufen - so spart man Geld und möglichen Ärger mit der Versicherung.

• Bargeld

• Schmuck

• Daten (Papiere, elektronische Datenträger, CDs ,DVDs, Filme, Fotos etc.)

• Sammlungen (Münzen, Briefmarken etc.)

• Geräte (Laptops, Kameras etc.)

• Betäubungsmittel-Tresore

 

Wie groß soll der Tresor sein?

Bevor man einen Tresor kauft, sollte man über den Standort, Gewicht und die Größe nachdenken. Ganz wichtig: Prüfung der Deckentragkraft am Standort.

• Standort

• Größe

• Gewicht

• Deckentragkraft

 

Gibt es Versicherungsvorgaben?

Müssen Sie sich an eine Sicherheitsstufe halten, die Ihnen Ihre Versicherung mitgeteilt hat?

In Europa bzw. weltweit gibt es im Hinblick auf Tresore unterschiedliche Sicherheitsnormen. Durch die Euro-Norm mit der Prüfplakette an der Türinnenseite des jeweiligen Tresores,haben Sie die Garantie auf definierten Einbruchschutz in der jeweils angegebenen Sicherheitsstufe. Tresore nach dieser Norm sind typgeprüft und somit ist eine gleich bleibend hohe Qualität gewährleistet. Den entsprechenden Widerstandswert (RU) entnehmen Sie bitte der Tabelle.

Ab Grad III ist zusätzlich jeder Tresor zum Einbau einer EMA (Einbruch-Meldeanlage) vorgerichtet. *RU = Resistant Unit (Widerstandseinheit) Teilzugriff/Vollzugriff.

Wenn der jeweilige Tresor durch eine VdS-anerkannte Einbruchmeldeanlage überwacht wird, so erhöht sich die Versicherungseinstufung wesentlich. Bitte sprechen Sie bei Bedarf mit Ihrem Versicherer. Änderungen vorbehalten.

 

Spezielle Sicherheitslösungen für:

• Behörden und Ämter

• Autohäuser

• Banken

• Bargeldverkehr

• Apotheken

 

Sicherheitsstufen

Nicht nur in Europa sondern weltweit gibt es im Hinblick auf Tresore unterschiedliche Sicherheitsnormen. Durch die Euro-Norm mit der Prüfplakette an der Türinnenseite des jeweiligen Tresores, haben Sie die Garantie auf definierten Einbruchschutz in der jeweils angegebenen Sicherheitsstufe. Tresore nach dieser Norm sind typgeprüft und gewährleisten somit  eine gleichbleibend hohe Qualität. Den entsprechenden Widerstandswert (RU) entnehmen Sie bitte der Tabelle.

Bezeichnung Sicherheitsstufe Sicherheitsmerkmale* Versicherungseinstufung
unverbindlicher Richtwert
gewerbliche Nutzung
Versicherungseinstufung
unverbindlicher Richtwert
private Nutzung
Wertschutzschrank
Einmauerschrank
Dokumentenschrank
Grad 0 30/50 RU* bis € 10.000 bis € 40.000
Wertschutzschrank
Einmauerschrank
Dokumentenschrank
Datensicherungsschrank
Grad I 30/50 RU* bis € 20.000 bis € 65.000
Wertschutzschrank
Einmauerschrank
Dokumentenschrank
Grad II 50/80 RU* bis € 50.000 bis € 100.000
Wertschutzschrank
Panzerschrank
Grad III 80/120 RU* bis € 100.000 bis € 200.000
Wertschutzschrank
Panzerschrank
Grad IV 120/180 RU* bis € 150.000 bis € 375.000
Wertschutzschrank
Panzerschrank
Grad V 180/270 RU* bis € 250.000 bis € 500.000

Die EURO-Normen

 

Im Zuge der Harmonisierungsbemühungen der Europäischen Union zum Thema Qualitätssicherung für den Bereich Verschlusssysteme, Tresore, Datensicherungsschränke, Feuerschutz und Einbruchschutz wurden vom europäischen Komitee für Normung CEN in Brüssel neue Qualitätsstandards definiert und für die Europäische Union in allgemeinverbindliche EURO-Normen gefasst.

 

• Die Prüfnorm EN 1047-1 beschreibt das Testverfahren hinsichtlich Feuerschutz.

• Die Prüfnorm EN 1143-1 beschreibt das Testverfahren hinsichtlich Einbruchschutz.

• Die Prüfnorm EN 1300 beschreibt das Testverfahren für elektronische,

   für mechatronische und für mechanische Verschlusssysteme.

 

Die nationalen Normeninstitute haben sich rechtswirksam verpflichtet, diese EURO-Normen im Ganzen und ohne Modifikationen einzuführen, anzuerkennen und zur Anwendung zu bringen. Die Anwendung der EURO-Normen als verbindliche Prüfnormen wird auf nationaler Ebene von Prüflaboratorien realisiert, die ebenfalls nach EURO-Normen zertifiziert und akkreditiert sind. Die Einführung dieser neuen EURO-Normen auf nationaler und internationaler Ebene erfolgt durch die Marktteilnehmer, also Hersteller und Verbraucher. Über den Beuth-Verlag in Berlin sind diese Normen für den deutschen Sprachbereich zu beschaffen. In praktisch allen Staaten der EU sind bereits qualifizierte Prüflaboratorien und Zertifizierungsstellen eingerichtet, die den Herstellern als Dienstleister zur Verfügung stehen.

Die Güteüberwachung erfolgt nach strengen Regelungen auf vertraglicher Basis durch die Zertifizierungsstellen oder durch das Personal der Prüflaboratorien. Durch den intensiven Güteraustausch innerhalb der Europäischen Union, aber auch im Warenverkehr mit Drittländern, werden heute hochwertige, labortechnisch typgeprüfte Produkte mit Produktzertifikaten von verschiedenen Zertifizierungsstellen auf der Basis der o.g. EURO-Normen angeboten.

 

Als Nachweis für die Einhaltung dieser Richtlinien befindet sich an jeder Türinnenseite eines Tresores aus dem Hause Max Koplin eine Prüfplakette mit folgenden Hinweisen:

 

• den Namen der Zertifizierungsstelle

• die angewendete Prüfnorm

• der erreichte Widerstandsgrad oder die Güteklasse

• die Produktionsnummer

• das Baujahr

• die Masse in KG.

 

Die Prüfplaketten werden von den Zertifizierungsstellen kontrolliert herausgegeben und dienen unseren Kunden als Qualitätsnachweis. Mit  Einführung und Anwendung der EN-Normen sollen auf nationaler Ebene bisher geltende Normen, Vorschriften, Richtlinien und Empfehlungen unwirksam und zurückgezogen werden. Mit Rücknahme der relevanten “VDMA-Blätter“ und  Umwandlung der historischen RAL-Zulassungen auf EURO-Norm-Zertifikate hat die Forschungs- und Prüfgemeinschaft und der VDMA dieser EU-Verpflichtung bereits Rechnung getragen. Die bisher angewendeten populären Testverfahren der bekannten deutschen Laboratorien sind Basis bei der Entwicklung der international gültigen neuen EN-Prüfnormen gewesen. Im Einzelfall sind auch sinnvolle Modifikationen durch Einfügungen, Streichungen oder Ergänzungen vorgenommen worden, um der Öffentlichkeit, Herstellern und Verbrauchern, eine zumutbare und allgemein tragfähige Basis vorlegen zu können.

Neben den neuen EURO-Norm-Zertifikaten gibt es in Deutschland auch noch gültige Zertifikate auf historischer Prüfbasis, die jedoch auf die neuen EN-Zertifikate umgestellt werden oder bereits umgestellt worden sind. Die populären Sicherheitsstufen A und B nach VDMA 24992 wurden in den EURO-Normen nicht aufgenommen, weil diese in Deutschland hergestellten Produkte labortechnisch nicht typgeprüft wurden und keiner Fremd-Güteüberwachung unterlagen. Das Europäische Komitee für Normung hat diese Produkte durch Secure Safe Cabinets (Sicherheitsschränke unserer Modellreihe SD) ersetzt, die in einer gesonderten neuen Prüfnorm, der EN 14450, aufgenommen und in eine Klasse 1 und eine Klasse 2 eingeteilt wurden. Nach der labortechnischen Typenprüfung werden nun auch diese Produkte zertifiziert und einer Fremd-Güteüberwachung unterworfen.

fireBLOC® ist eine neue geschützte Herstellerbezeichnung und das eingetragene Warenzeichnen für Wertschutzschränke, einer Schutzraumtür oder auch für Schutzräume, wenn der Nachweis der Feuerschutzwirkung durch eine Feuerwiderstandsprüfung kundenspezifisch nicht erforderlich oder nicht möglich ist, aber dennoch nachvollziehbar vorhanden sein soll.

Feuerwiderstand mit fireBLOC® – das ist bei vielen Sonderanfertigungen der Fall, aber auch bei Baureihen, bei denen der Einbruchschutz dominiert, der Kunde aber mit Recht die Frage nach der realen Feuerschutzwirkung stellt, ohne gleich nach der extremen Feuerschutzwirkung eines Datensicherungsschrankes zu suchen.

Konstruktiver Feuerschutz wird durch wirkungsvolle konstruktive Maßnahmen und durch Einsatz von hochwirksamen Feuerschutzmaterialien erzeugt. An diesen Fakten soll der real vorhandene Feuerschutz nachvollziehbar sein.

 

Wirksame konstruktive Maßnahmen sind zum Beispiel:

 

• eine hochtemperaturstabile Körper- und Türkonstruktion, so dass ein Ausbeulen

  und eine Spaltbildung bei Temperaturbelastung weitgehend verhindert werden

• eine 4-seitige Bolzenverriegelung der Tür, die im Belastungsfall die Tür fest im Tresorkörper hält

• ein türumlaufender Feuerfalz mit einem wirksamen Dichtungssystem zwischen Tresortür und

  Tresorkörper, z.B. durch die bekannte Therex-Blockade-Dichtung, durch die bei Temperaturbelastung

  Körper und Tür vollständig abgedichtet werden

• hochfeuerbeständige, hohlraumfrei eingebrachte Gussmassen in Tresortür und Tresorkörper,

  so dass eine wirksame Temperatur- und Feuerabschottung möglich ist

• eine allseitige ausreichende Wanddicke für die einfließenden Isoliermassen,

  so dass eine Feuerschutzwirkung auch über eine längere Zeit anzunehmen ist

 

Wichtiger Hinweis:

 

Nach der hier aufgezeigten Definition für den konstruktiven Feuerschutz können wir Stahlschränke mit leichten Mineralfaserfüllungen, also solche Leichtbauschränke, die rundum hohl klingen, ohne weiteres einen wirksamen Feuerschutz nicht unterstellen.

anTifoc® ist eine neue, geschützte Herstellerbezeichnung und das eingetragene Warenzeichen für Wertschutzschränke, die einer qualifizierten Feuerwiderstandsprüfung mit 30, 60 oder 120 Minuten Beflammungsdauer unterworfen wurden.

Grundlage dieser Feuerwiderstandsprüfungen sind die zutreffenden Teile der Prüfnorm EN 1047-1, Absatz 6.4.2, Feuerwiderstandsprüfung.

Eine Feuerwiderstandsprüfung mit einer Beflammungsdauer von 30 Minuten S 30 P sieht diese EN-Prüfnorm bisher nicht vor.

Dennoch haben wir zum Nachweis des Feuerwiderstandes unsere anTifoc®-Produkte bereits einer Feuerwiderstandsprüfung in Anlehnung an diese Norm unterworfen.

Bei den anTifoc®-Produkten haben wir in Übereinstimmung mit dem akkreditierten Prüflaboratorium auf die Durchführung eines zusätzlichen Sturzversuches bewusst verzichtet, weil diese Konstruktionen auch im Brandfall formstabil bleiben.

Unsere anTifoc®-Tresore sind auch labortechnisch als Wertschutzschränke typengeprüft und nach EN 1143-1 zertifiziert und unterliegen in der Produktion der Güte-Fremd-Überwachung.

Unsere anTifoc®-Qualität bietet dem jeweiligen Risiko angemessenen Schutz für eingelagerte Datenträger aus Papier und unter zusätzlichem Einsatz eines Disketteneinsatzes auch Schutz für magnetisch gespeicherte Daten.

Therex-Blockade-Dichtung ist eine neue geschützte Herstellerbezeichnung und das eingetragene Warenzeichen für unser thermoaktives Dichtungssystem für den Einsatz in Feuerschutzsystemen, Datensicherungsschränken und sonstigen Wertschutzschränken, mit oder ohne Feuerwiderstandsprüfungen. Therex-Blockade-Dichtungen setzen wir in Wertschutzschränken ein, wenn eine Feuerschutzwirkung erreicht werden soll. Im Falle von extremer Hitzeeinwirkung verschließt dieses Dichtungssystem alle Fugen zwischen Tür und Körper durch eine schnell ablaufende Thermo-Expansion, wobei Tür und Korpus praktisch miteinander “verschmolzen“ werden. Diese Expansionsdichtung ist hochtemperaturstabil und verhindert das Eindringen von Brandgasen, Flammen und Löschwasser. Besonders wirkungsvoll sind Therex-Blockade-Dichtungen in Verbindung mit Wertschutzschränken, die einen konstruktiven Feuerschutz aufweisen.

In Werbeunterlagen wird vielfach mit folgenden Argumenten geworben:

 

• Feuerschutz nach DIN 4102

• Mit Feuerschutzisolierung nach DIN 4102

• Feuerschutz nach VDMA 24992 und ähnlichem.

 

Wie muss man das verstehen?

 

Zum Jahresende 2003 wurden die bis dahin in den VDMA-Blättern angeführten Sicherheitsstufen A und B aus diesen Richtlinien des Fachverbandes entfernt und somit aus dem Verkehr gezogen. In diesen nunmehr überholten VDMA-Blättern wurde im Hinblick auf die Sicherheitstufe “B“ von einem Schutz gegen leichte Brände gesprochen. Eine weitergehende Erklärung gibt es dazu nicht.

Damit gibt es auch für die herstellende Industrie keine Orientierung, wie eine solche Forderung nun konstruktiv und isoliertechnisch umzusetzen ist. Mit den oben zitierten Werbeaussagen bewegt sich der Anbieter am Rande des unlauteren Wettbewerbs, weil es nicht nur darauf ankommt, was der Anbieter damit meint, sondern es kommt vielmehr darauf an, was der Verbraucher darunter verstehen kann.

 

Und wie stellt sich das nun weiter dar?

 

Eine klare Aussage, was denn nun “Schutz gegen leichte Brände“ ist, kann hier nicht gefunden werden, weil es im Einzelfall wesentlich darauf ankommt, was da brennt und wie viel da brennt, wie lange es brennt und welche Temperaturen dabei entstehen.

Und dann kommt es vor allem noch darauf an, welche Schrankkonstruktion, welche konstruktiven Details, welche Isolierstoffe, Verriegelungen und Dichtungen als Schutzmaßnahme eingesetzt werden. Diese Situation lässt zuviel Spielraum und weil es heute so ist, dass alles möglichst noch billiger sein soll als gestern, finden sich im Markt in dieser Produktgruppe auch fragwürdige Konstruktionen, die für eine Abwehr von Zimmer- und Bürobränden nicht geeignet sind.

 

 

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